Chronik 2010

24. – 27. September 2010: Radltour von Verona nach Venedig mit unseren italienischen Freunden

Am Freitag den 24. September treffen sich zu unmenschlich früher Stunde um 4 Uhr früh 8 Freundeskreisler in Elbach zum gemeinsamen Aufbruch. Die Radl haben wir schon am Vortag in den Anhänger verstaut und der Leihbus füllt sich mit Gepäck und Radlern: Gisela und Hans, Christa und Hans, Margitta und Walter und Bärbel und Michi.
Ohne Probleme rollen wir in Richtung Brenner und schauen gebannt auf den Himmel, da die Wettervorhersage mehr als bescheiden ist. Wie so oft, wird es ab dem Brenner immer heller und freundlicher. Nach Bozen die erste Cappu-Pause und dann pünktlich um 9 Uhr stehen wir an der Ausfahrt Verona Sud, wo wir uns alle treffen wollten. Martha und Frieder sind schon da und begrüßen uns recht stürmisch. Kurz darauf treffen auch Bärbel und Detlef ein und zum Schluß unsere drei Italiener: Franco, Dario und Doriano. Franco hat beim ehemaligen Bürgermeister Michele Sordo einen Parkplatz für unsere Autos organisiert. Michele lotst uns dorthin und wir beginnen sofort mit dem Satteln der Pferde.

Spannend wird gleich das Hinausfinden aus dem Industrieviertel von Verona. Es klappt wider Erwarten gut und im ersten Paese machen wir gleich mal wieder eine Cappupause. Danach will der Etschdamm hinter einer Gärtnerei nicht gleich kommen und wir müssen umdrehen. Der Michi wird ob seiner Wegescapaden  schon wieder mal belächelt, aber schließlich sind wir auf dem Damm. Gemütlich lassen wir links die Etsch fließen und rechts die verschlafenen Dörfer vorbeiziehen. Das Wetter ist mittlerweile spätsommerlich warm, so daß wir in kurzer Hose und T-Shirt wunderbar radeln können.
Gegen Mittag kommen wir an einer Pizzeria mit vielen LKW’s vor der Türe vorbei. Ein klares Zeichen , daß hier gut und preiswertes Pranzo zu haben ist. Franco geht als Verhandlungsführer gleich an die Front und handelt ein komplettes Menu samt Wein und Kaffee für 12 Euro pro Nase heraus. Nach dem Essen radeln wir schon etwas schwerer nach Legnago, wo wir die Kirche besichtigen und etwas schlapp herumlungern. Doch dann packen wir auch noch das letzte Stück bis Villa Bartolomea. Vor dem Einchecken in unseren Agriturismo nochmal Eispause auf der Piazza. Franco führt uns dann zu Claudio, ein von außen nicht gerade perfekten Agriturismo. Umso überraschender waren dann die sauberen Zimmer und das ausgezeichnete Abendessen, das uns die freundliche Familie von Claudio auftischte. Zum Abendessen kamen dann auch noch die beiden Familien von Roberto und Andrea. Ein gelungener Abend der den Gedanken vom Wachsen von Freundschaften bei Gemeindepartnerschaften wohl sehr gerecht wurde.
Margitta und Walter mußten mit Franco noch bis Castagnaro radeln, da im Agroturismo nur für 10 Personen Platz war. Es wurde ein Härtetest, da der Po schon nicht mehr radeln wollte und auch noch Regentropfen die Gesamtmotivation nicht steigern wollten.
Aber nach einer Nacht mit heftigen Regenfällen waren alle am nächsten Morgen begeistert, daß starker Wind die Regenwolken bereits vertrieben hatte und glasklare Luft und Sonne den Morgen bestimmten. Nach einem fürstlichen Frühstück starteten wir nach Castagnaro, wo wir Margitta und Walter und unsere Italiener, die auch zuhause schliefen, wieder aufsammelten. Gemütlich durch Dörfer ging es nach Badia Polesine. Wir schauten uns die Abbazia leider nur von außen an. Da wir dem Wetter nicht so recht trauen wollten, nahmen wir die direkte Linie an der Etsch entlang nach Rovigo. Gut gelaunt liefen wir am Nachmittag in unser nächstes Quartier ein: Tenuta San Martino di Venezze. Ein altes Landgut in einem wunderbaren Park gelegen. Einige testeten gleich den Pool, andere ruhten oder spazierten herum. Unter erwürdigen Arkaden gab es dann vor dem Abendessen Prosecco mit Salami und Käse.
Zum Abendessen kamen dann Lucio und Vittorio dazu. Lucio wollte eigentlich mitradeln, aber eine Grippe verhinderte das.
Der Sonntag sollte unsere längste Etappe werden. Mit einer Cappupause in Cavarzere und anschließendem lästigen Gegenwind kurbelten wir uns bis zur Etschmündung durch ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet. Wieder handelt Franco ein günstiges Mittagessen aus. Danach erreichen wir die Brentamündung und schließlich bei herrlichstem Wetter Chioggia. Nicht gerade billig, aber dafür ohne lange Warterei können wir mit der Fähre auf den Littorale di Pellestrina übersetzen. Das Spätnachmittagslicht verzaubert die Farben in Gemälde. Alle sind mit Schauen beschäftigt. Auf Pellestrina geht es behäbig durch die Menge der Sonntags- Spaziergänger. Am anderen Ende des Littorale erwischen wir wieder ohne Pause eine Fähre, die uns auf den Lido di Venezia übersetzt. Bis zu unserem Hotel werden die 80 Km voll und wir sind dann doch froh, die Zimmer und die Dusche in Beschlag nehmen zu können. Das letzte Abendessen mit Fisch ist nicht mehr so billig zu haben, was Franco ziemlich nervös machte. Er wollte unsere Geldbeutel immer so sehr schonen.
Der Montag beginnt mit einem Gewitter. Doch nach dem Frühstück ist es zwar wolkig aber trocken. Mit der Fähre schweben wir an der grandiosen Kulisse von Venedig vorbei bis zum Bahnhof. Hier herrscht noch Hektik und Gewühle. Wir erfahren, daß wir nicht direkt in Venedig in den Zug einsteigen können uns müssen die romantische Autobahn über den Damm nach Mestre radeln. Christa will noch wissen, ob wir auch Ihr einen Platten reparieren würden. In zwei Gruppen können wir zwei Züge mit unseren Radeln belagern und landen schließlich alle wohlbehalten wieder in Verona. Die letzten Meter zu unseren Autos führt uns Franco zielsicher durch das Gewirr von Straßen.
Schöne Radltage nehmen ihr Ende. Danke an alle Teilnehmer, die diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.