11. bis 13. März 2023: Offizieller Besuch in Castagnaro

Am Samstag den 11. März begrüßte uns der Morgen mit Neuschnee, so daß erst mal Auto freilegen angesagt war. Mit unserem Bürgermeister Stefan Deingruber und seiner Ursula im Gepäck starteten wir zu unserem ersten Treffpunkt  um 6:30 beim  Mayrhofer in Aurach . Hier kamen die beiden angemieteten VW-Busse der Firma Pusl mit 14 weiteren Teilnehmern dazu. Vroni und Peter sollten beim M-Preis Parkplatz in Langkampfen dazukommen, da sie vom Irschenberg anreisten . Das klappte auch wunderbar, nur Reini unser Fahrer eines Kleinbusses teilte mit, daß die Motorkontroll-Leuchte bei seinem Bus aufleuchtet ! Was tun!? Wir riefen bei der Firma Pusl in Schliersee an und fragten. Ein Mitarbeiter meinte, es wäre riskant, trotzdem bis Italien zu fahren und es wäre besser , wenn wir zurückfahren würden. Die Firma Pusl würde versuchen , den Schaden zu beheben. Ein Marder hatte in der Nacht mehrere Kabel angebissen. Also fuhr Reini und Bärbel mit zwei Autos zurück, die anderen beiden Fahrzeuge setzten die Fahrt fort, da wir ja eine Burgbesichtigung und ein Mittagessen gebucht hatten.

Am Brenner riß die Wolkendecke auf und ein sonniger blauer Himmel begrüßte uns. Hier erhielten wir auch ein Foto unserer Pannengruppe bei der Firma Pusl beim Kaffeekränzchen ! Bärbel besorgte auf der Rückfahrt in Bayrischzell einen Schwung Brezen, so daß das Warte-Frühstück einen recht gemütlichen Eindruck hinterließ. Wir Weiterfahrer schickten dafür ein Foto mit blauem Himmel und weißen Bergen nach Schliersee und gaben hoffnungsvolle Aussichten weiter.

In Avio verließen wir die Autobahn und durch enge Gasserl ging es zum Parkplatz des Castello d‘ Aivo.

In einer Engstelle kam mir ein Traktor mit Mistbreiter entgegen. Ich kam nicht ohne Berührung vorbei und ein Außenspiegel bekam einen Kratzer ab.

Eine nette Italienerin führte uns durch das Castello und erzählte die bewegte Geschichte der Burg. Wie alle Burgen Südtirols begeisterte natürlich die Aussicht an dem Adlerhorst-ähnlichen Platz der Burg. Ich hoffte so sehr, daß unsere Pannengruppe spätestens beim Mittagessen in der Burgkneipe wieder zu uns stoßen würde. Meine Hoffnung ging in Erfüllung und wiedervereint genossen wir ein südtiroler Mittagessen mit viel Lachen und Ratschen.

Danach ging die Fahrt schnurstracks nach Castagnaro, wo uns Franco und Cinzia herzlich empfingen. Christian Formigaro begrüßte unsere Abordnung offiziell im Rathaus und die beiden Bürgermeister bekundeten ihre Freude an dem Treffen . Der Sindaco Castagnaros überreichte Stefan Deingruber das offizielle Geschenk der Gemeinde und zwei Bücher von Francesco Occhi über die Schlacht und Legenden über Banden und Verbrecher aus der Gegend. Deingruber überreichte seinem Kollegen eine Gewürz-Collektion der Firma Herbaria aus Fischbachau. Nach einer Führung und einer geschichtlichen Erklärung des geplanten Spektakels „ La Battaglia di Castagnaro“ für Sonntag fuhren wir zu unserer Unterkunft „Tenuta La Pila“. Auch hier ein herzlicher Empfang von Carlotta und ihrem Papa. Schon wurden die Zimmer verteilt und die Leute machten sich frisch für die Einladung zum „Cena mediovale“ im Gemeindesaal in Castagnaro.

Um 20:15 fuhren wir wieder nach Castagnaro , wo wir zu einem mittelalterlichen Abendessen im Sala polifunzionale eingeladen wurden. Da gab es Suppe mit Erbsen/Bohnen, Krautsalat, Schweinefleich, Brot und als Nachspeise einen Apfelkuchen. Später trat auch noch eine akustisch verstärkte Band auf.

So um 21 Uhr kam Bärbel zu mir und sagte, daß ihr Ginea gesagt hat, eine Frau von uns wäre vor dem Haus zusammengebrochen ! Wir eilten hinaus und fanden umringt von italienischen Helfern unsere Monika in einem erbärmlichen Zustand am Boden sitzen. Es kamen Rettungskräfte eines herbeigerufenen Sankas dazu -wobei Klaus fachkundig und tatkräftig mithalf, und nach der Erstversorgung ging es ins Krankenhaus von Legnago. Dort wurde Monika an ein Überwachungsgerät angeschlossen. Der Puls und der Blutdruck waren viel zu tief, aber das war das Einzige , was gemacht wurde und vor allem aber Papierkram der Aufnahme.

Wir warteten unverrichteter Dinge bis 3:30 in der Nacht . Endlich kam auf wackligen Beinen Monika in den Warteraum, wo ich bleiben mußte. Ich fragte sie sofort, wie es ihr ginge und ob sie wieder entlassen wurde. Sie meinte , daß überhaupt nichts gemacht wurde und sie jetzt keine Lust mehr hätte, zu warten. Mit sehr gemischten Gefühlen fuhren wir zu unserer Unterkunft zurück.

Nach einer kurzen Nacht trafen wir alle wieder beim Super-Frühstück im La Pila zusammen und Monika konnte schon wieder ihr herzliches Lachen zum Besten geben.

Heute am Sonntag war ein Umzug der Battaglia- Teilnehmer auf der Piazza in Castagnaro angesagt.

Die Teilnehmergruppen kamen aus verschiedenen Städten wie Mantua, Padua , Mailand etc. Auch die Bürgermeister der vertretenen Orte waren zugegen. Es gab eine Erinnerungs-Medaille für die Gruppen, die von den Bürgermeistern überreicht wurden. So durfte auch unser Bürgermeister Stefan zwei Medaillen überreichen. Eine Vielzahl von mittelalterlich kostümierten Leuten fand sich auf dem großen Platz (Piazza Dante Alighieri) vor dem Rathaus ein und defilierten an den zahlreichen Zuschauern vorbei, darunter auch Gruppen aus England, Frankreich und Kroatien und marschierten anschließend zum „Campo di Battaglia“ an der Etsch.

Nach dem Umzug mit wirklich beeindruckenden Rüstungen und Gestalten ging es wieder in den Sala polifunzionale zum Mittagessen.

Da unsere Gastgeber immer sehr ausgiebig das Pranzo gestalten, nutzten wir die Pause nach dem Essen zu einem Caffè fuori al bar . Wir genossen die warmen Sonnenstrahlen, bevor wir zum Etsch-Damm hinaus wanderten , wo das Schlachtgetümmel präsentiert werden sollte.

Dort wurde die Schlacht von 1387 zwischen den Truppen Veronas (Scaliger – Familie) und Paduas (Carrara-Familie) nachgestellt. Beteiligt waren unter anderem auch Bogenschützen, Schwert – und Lanzenkämpfer und Armbrustschützen. Die Veroneser beschossen ihre Gegner mit Katapulten, verloren aber trotzdem die Schlacht. Die Scaliger aus Verona versanken daraufhin in die Bedeutungslosigkeit. Es ging darum, daß die zahlenmäßig weit überlegenen Skaliger aus Verona von den Carrarese aus Padua durch eine listige Heeresführung geschlagen wurden und damit ein großer Schritt in Richtung vereintes Königreich Italien geschafft wurde.

Nach dieser Präsentation lud Franco und Ginea zu einem Gelato in die Bar: Viel Ratschen, Lachen und Freundschaft vertiefen !

Vroni und Peter mußten unsere Gruppe leider hier schon verlassen und die Heimreise antreten, da Vroni als Lehrerin am Montag Früh wieder in Ihrer Schule antreten mußte.

Abends luden wir (Bürgermeister im Namen der Gemeinde Fischbachau und der Freundeskreis) unsere italienischen Freunde zu einem gemeinsamen Abendessen in die Tenuta La Pila ein. Ein gelungener Abend mit ca. 50 Leuten . Beide Bürgermeister betonten in ihren Ansprachen die Bedeutung der Partnerschaft und den Willen , diese Partnerschaft zu pflegen und zu vertiefen.

Bürgermeister Stefan Deingruber lud seinen Amtskollegen Christian Formigaro ein, mit einer Gruppe im Sommer zum Gaufest- Feuerwehrjubiläum nach Fischbachau zu kommen.

Im Laufe des unterhaltsamen Abends übergaben wir dem Bürgermeister Formigaro ein Papier , auf dem wir 10 Anregungen für eine Zusammenarbeit der Firma Herbaria mit den Landwirten aus Castagnaro auflisteten. In einem Vorgespräch mit Herrn Erwin Winkler, dem Geschäftsführer der Herbaria loteten wir Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit aus. Herr Winkler wäre aufgeschlossen und interessiert, wenn sich Landwirte aus Castagnaro dafür interessieren würden, auch nach Castagnaro zu fahren und in einem Treffen mit den Landwirten gemeinsame Projekte zu entwickeln. Das wäre ein ganz toller Weg, die Partnerschaft zu vertiefen.

Christian Formigaro versprach, sich der Sache anzunehmen und ein Treffen zu organisieren.

Am Ende des Abends wieder ein sehr herzlicher Abschied mit Geschenken und vielen Umarmungen.

Am Montag gab es schon um 8 Uhr Frühstück. Um 9 Uhr wollten wir noch unseren Gönner Paolo Ottoboni, den Metzger aus Menà besuchen. Auch er war zu dem vorherigen Abend eingeladen , konnte den Termin aber leider nicht wahrnehmen.

Wir wollten ihn in seiner Metzgerei überraschen, aber : Chiuso ! So ließen wir ein Erinnerungsfoto „Salamiholen für den Weihnachtsmarkt“  beim benachbarten Supermercato und baten um Weitergabe.

Unsere Rückfahrt führte uns über Rovereto hoch über den Gardasee . Wir wanderten ein kurzes Stück mit toller Aussicht zum Maso Naranch. Sonne, Wein und ein super gutes Pranzo rundeten unsere Besuchsfahrt noch recht gemütlich ab.

Danach ging es wieder über den Brenner in heimatliche Gefilde. Emil und Reini brachten die beiden Busse noch am Montag zurück zur Firma Pusl, der wir hier ausdrücklich unseren Dank sagen wollen für den sehr großzügigen Preis und den Service.

Wir danken unserem Bürgermeister Stefan Deingruber für die Zeit , die er und seine Ursula sich genommen haben , um dabei zu sein.

Trotz der anfänglichen Abenteuer- Einlagen waren am Ende alle wieder begeistert und gesund !!!!!

20. März 2023 Michi, Hans und Gisela

Teilnehmer:

Deingruber Stefan (Bgst.)

Lasslop Ursula

Wismeth Michi

Wünsche Bärbel

Glatz Reini

Plaumann Klaus

Berger Ulrike

Bernrieder Monika

Appelt Brigitte

Irger Gisela

Bolz Emil und Gundi

Dehnert Maria und Christian

Kreuzmayr Christa und Hans

Stadler Maria und Sebastian

Wagner Vroni und Peter